Trainingspause

Nach dem Rennen am 25.8. in Hamburg habe ich mir erstmal eine Pause gegönnt. Zwar hatte ich im Rennen meine Ziele diesmal nicht erreicht. Dennoch war ich in den Wochen danach begeistert davon, wie mein Körper auf das konzentrierte Training reagiert hat. Ich fühlte mich gesund, schlief ausgezeichnet, hatte keine Negativmeldungen meiner Knie zu verzeichnen und konnte zum ersten Mal mit einigem Recht das Wort „Ausdauersportler“ auf meine Wenigkeit anwenden. Das tat mir gut. Auch hatte ich das (Körper-)Gefühl, dass die Pause mir gut getan hat. Ich weiß, dass Trainer, mit denen ich gesprochen habe, solche mehrwöchigen Pausen, in meinem Fall waren es aus unterschiedlichen Gründen acht Wochen, kritisch sehen werden. Der Körper gewöhnt sich wieder an den Müßiggang, das Gewicht geht wieder langsam hoch, die Muskeln gehen wieder zurück und so weiter. Das mag alles stimmen. Aber wenn man wie ich erst mit 47 Jahren angefangen hat, so einen Sport auszuüben, dann braucht der Körper auch Ruhephasen, wo er sich regenerieren kann.  Der Herbst ist dazu eine gute Jahreszeit. Im Spätsommer hast du die Früchte deiner Anstrengungen geerntet (Radrennen). Wenn die Blätter fallen und die sinkenden Temperaturen anzeigen, dass die Saison zu Ende geht, darfst du auch mal loslassen. Ich freue mich über die Fortschritte in diesem Jahr. Ich weiß, dass ich letztes Jahr durch  Pilates und das Wintertraining (Grundlagenausdauer) meinen größten Engpass überwunden habe. Ausdauer und Koordination auf dem Rad war dieses Jahr auf einem neuen Level. Dass sich während des Rennens in HH ein neuer Engpass gezeigt hat, ok, das gehört dazu. Aber ich darf trotzdem dankbar sein, dass ich eine Stufe höher klettern konnte. Und ich kann mein Essen und Dasein genießen, einfach in Ruhe, ohne Hast. Wie der Winter, in dem die Biologie draußen zur Ruhe kommt und Kräfte sammelt für den Frühling.

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Seoul Tower bei Nacht

Besonders deutlich wurde mir dies auf einer Reise in Korea (falls du dich für die Reise interessierst, kannst du hier ein Video darüber anschauen). Wir waren in Seoul, Ende Oktober, 15 Grad. Abends wollten wir noch auf den Tower, man fährt da mit einer Seilbahn hoch. Da ich mich so gut fühlte, sagte ich: „Ich laufe da hoch.“ Es waren wohl knapp 1,5 Kilometer und vielleicht 200 Höhenmeter, jedenfalls war ich fast zur selben Zeit oben wie die anderen mit ihrer Seilbahn – und das ohne dass ich irgendwie an den Rand gekommen wäre, puste- und herzmäßig. Klar, dass ich das früher als „Nicht-Ausdauersportler“ nicht geschafft hätte.

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Spektakuläre Aussicht im Männerklo!

Oben wurde ich belohnt mit einem Super-Ausblick und, wie der Reiseführer ankündigte, dem schönsten Pissoir  der Welt. Und mit dem Wissen, nebenbei ein paar Kalorien abgebrannt zu haben … Die Gefahr ist, dass die Trainingspause nie aufhört und dass du den Einstieg nicht wieder schaffst. Da musst du aufpassen! Seit Anfang November trainiere ich wieder regelmäßig …

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