Tritttechnik II

Im Winter fahre ich auf dem Bock. Das bietet die Möglichkeit, Bewegungsabläufe ohne Ablenkung zu studieren. Dabei fiel mir folgendes auf: Du kannst das Treten, das ja eigentlich ein Drehen ist, in drei Bereiche unterteilen – siehe meine Grafik – wie der Kolben beim Wankelmotor.

Wie der Kolben beim Wankelmotor: Drei Schubzonen

Der fürs Training interessante Punkt ist der: Jede Schubzone aktiviert unterschiedliche Muskelgruppen. Gerade am Berg machen irgendwann die großen Oberschenkel-Muskeln schlapp, wenn du „tief“ trittst. Es hilft dann, die Schubzone „lauf“ zu aktivieren. Dabei stelle ich mir vor, dass meine Füße im Pedal Straßenkontakt haben und ich wie beim Laufen den Schub nach hinten abgebe – und zwar – ebenfalls wie beim Laufen – abwechselnd links und rechts. Du wirst sehen: Der Effekt ist verblüffend. Die dritte Möglichkeit, die sich durch die Klickschuhe ergibt, ist das Ziehen nach oben („rauf“).

Du kannst mit dieser Technik einzelne Muskelgruppen trainieren, die für den Gesamtbewegungsablauf des Drehens/ bzw. Tretens wichtig sind. Welche Muskelgruppen das sind, wirst du am Muskelkater spüren, wenn du zum Beispiel Bergtraining mit „lauf“ oder „rauf“ absolviert hast. Dazu mache ich acht Intervalle und zähle dabei zum Beispiel viermal achtmal „lauf, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 “ oder „rauf, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 “.

Wichtig bei allen drei Schubzonen ist auch die Haltung der Ferse:

  • tief – Ferse etwas nach oben
  • lauf – Ferse waagrecht
  • rauf – Ferse etwas nach unten

Solche isolierten Trainings, auch besonders geeignet für die oft langweilige Grundlagenausdauer, stärken die beteiligten Muskelgruppen im Rumpf und den Extremitäten, entlasten durch Variation den Rücken, motivieren und fördern das „runde Treten“, das sich als Effekt danach von alleine einstellt.

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5 Kommentare

  1. das mysterium des runden trittes 🙂 interessante und plausible ansätze!
    ich finde das jetzt grad nicht im netz – da gibt’s auch studien, die meinen, dass die bewusste kreiszugbewegung oder rauf-runter-zugbewegung auch kontraproduktiv sein könnte, weil dann die beinmuskeln als ganzes irgendwie schneller schlapp machen… 😉 wie man’s macht, ist’s nicht gut 😉 denke mal, man muss sehen, was für einen selbst am passendsten ist und ich befürchte, dass man dazu einen leistungsmesser gut gebrauchen könnte 😉

  2. Danke für Deinen Kommentar! Ja, ich habe die Diskussion mit einzelnen Studien auch schon wahrgenommen. Letztlich zählt aber meine Körperwahrnehmung. Meine persönliche Erfahrung – gerade wieder gestern – ist: Am Berg hilft mir die Abwechslung mit drei Tretarten (tief, lauf, rauf) gegen Ermüdung einzelner Muskelpartien. Klar ist auch: Unterm Strich addiert sich die Leistung (Watt) der einzelnen Muskeln zu der Anstrengung, die dann das Herz wieder auffangen muss. Also, ein Schummeln gibt’s nicht! Allerdings: Wenn man mal die einzelnen Schubzonen trainiert hat, dann hilft das – das ist meine Hypothese – beim Treten insgesamt und auch in der Flüssigkeit des Bewegungsablaufes. Also, ich mache so weiter!

  3. […] habe den runden Tritt hier analysiert und will das hier nicht alles wiederholen. Lies also bitte den Artikel den Artikel […]

  4. Dank deinen beiden Blogposts zur Tritttechnik habe ich nun neue Rollenmotivation gewonnen. Ich werde mich in den Tagen bis zu den ersten Ausfahrten intensiver damit beschäftigen! Danke dir für die tollen Tipps!

    1. Gerne! Kannst ja mal deine Erfahrungen damit hinterlassen. Viel Erfolg!

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