Selle SMP Stratos – Erfahrungsbericht – Super Sattel fürs Rennrad

„Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Profis diesen Sattel fahren“, sagte mein Fahrradmechaniker Glock in Marburg. Nachdem ich den Stratos von Selle SMP drei Monate gefahren bin, kann ich ihm nur zustimmen. Mein Hauptargument ist dabei die Gesundheit: Die unvermeidlichen Schläge auf den empfindlichen Damm beim Rennradfahren kann man vermeiden! Warum also diese harten Hobel fahren? Klar, Radlerehre sagt: „Ein Sattel ist kein Sofa. Was willst du erwarten?“ Schön und gut. So bin ich auch sieben Jahre lang gefahren und habe meine Insensitivitäten im Unterleib nach Ausfahrten halt als given fact akzeptiert. Das war dumm. Warum? Weil es auch anders geht!

Ansicht von hinten

Ansicht von hinten

Hier ein paar Bildchen. Die Ansicht von hinten zeigt ganz deutlich, dass die Fläche, wo der Damm aufliegt, komplett ausgespart ist. Als ich das erste Mal auf dem Sattel saß, konnte ich’s kaum glauben, dass man so auf dem Rennrad sitzen kann. Ich habe bei Glock zunächst nach meinem Bontrager-Sattel, den ich 7 Jahre gefahren bin, eine Neuentwicklung von Bontrager (kleine Aussparung im vorderen Sitzbereich) probiert, und das sechs Wochen mit mehreren hundert Kilometern. Das Ergebnis war – ok, ein bizzi besser. Als ich auf dem Stratos saß, war das ein komplett anderes Gefühl. Ich wusste sofort: Das ist es! Ich fuhr auf dem Probesattel vier Stunden und hatte nur einmal ein Taubheitsgefühl am rechten Höcker, das sich allerdings sofort nach kurzem Stehen im Rad wieder gab. Deshalb habe ich die knapp 200.- € an der Stelle investiert und es bis heute nicht bereut! Zu den gesundheitlichen (Prostata-)Problemen, insbesondere von Jungs über 45, habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Dort erwähne ich auch diesen Sattel. Und hier noch ein paar weitere Bildchen:

Ansicht von oben

Ansicht von oben

Von oben sieht man, dass der Sattel trotz Aussparung super gearbeitet ist – was man natürlich bei diesem Preis auch erwarten kann. Der lange Schnabel, den man besonders auch von der Seite

Ansicht von der Seite

Ansicht von der Seite; gut sichtbar auch die 8 cm lange Doppelstange zum körpergerechten Einstellen des Sattels nach vorne und hinten.

gut erkennen kann, lässt vermuten, dass es doch irgendwo Druckstellen oder Auflagefläche gibt. Das kann ich nicht bestätigen. Der Sattel sitzt (bei mir) wie angegossen. Auch nach drei Monaten habe ich keine Druckstellen oder erneute Taubheitsgefühle feststellen können. Das liegt meines Erachtens an der enorm belastbar gearbeiteten Auflagefläche für die Höcker (Schaum-Elastomer), vielleicht auch am Leder. Die Höcker habe ich mir übrigens bei den Vattenfall Cyclassics

Die Auflagefläche der Höcker

Die Auflagefläche der Höcker

auf der Messe von Selle Italia ausmessen lassen. So konnte mir Fahrrad Glock gleich den richtigen Probesattel auswählen.

Fazit: Jeder muss seinen Sattel selber finden. Das ist und bleibt so. Aber dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, Rennrad zu fahren, ohne dabei auf dem Damm zu sitzen, der dabei viele Schläge verkraften muss, das wollte ich euch nicht verschweigen. Mich hat das ungeheuer motiviert, immer wieder nach neuen Lösungen zu suchen.

Welche Erfahrungen hast du mit deinem Rennradsattel gemacht?

 

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2 Kommentare

  1. […] in meinem Sport besser zu werden. In den vergangenen Jahren ging es unter anderem darum, meine Ausrüstung zu optimieren, meine Grundlagenausdauer aufzubauen und auch mit so manchen Besonderheiten eines Rennsportevents […]

  2. […] Bei der Rennradhaltung mag auch das Rad eine Rolle spielen, die Höhe des Sattels oder der Sattel selber, etc. Wichtig ist auch hier: Dran […]

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