Musik beim Radfahren und Laufen

Musik beim Sport war bisher für mich tabu. Die Unfallgefahr beim Laufen und vor allem Radfahren war mir zu groß. Doch nun habe ich eine Lösung gefunden.

Lieber Hören auf den Körper als Hören auf Musik

Manche Leute haben gute Ideen beim Sport. Das passiert mir eher selten. Beim Sport bin ich Körper, der Kopf hat Stromausfall und ist leer. Ich lebe im Atem, in den vertrauten, trainierten, doch immer wieder formabhängigen, leicht anders sich anfühlenden und stetig optimierbaren Bewegungsabläufen. Es macht mir Spaß, mich einzufühlen in mich selber, hineinzuhorchen in die Knochen, Sehnen, Muskeln und Haut, meinem aus Biomasse bestehenden Ich dosierte Befehle zu geben, Lage über Lage von einfachen bis komplexen Steuerungsimpulsen zu legen und die Zentrale im Gehirn dabei zu neuen Verschaltungen zu bringen. Auf dem Garminkästchen laufend abgleichen, wie viel Anstrengung und Entspannung, Tun und Lassen, Einatmen und Ausatmen zu optimaler Leistung, weniger Herzschlag und mehr Ausdauer führen. Was soll da Musik! Das sind Töne und Geräusche, die jemand anders irgendwann und irgendwo für irgendwen zusammengestellt hat – der reine Störfaktor. Danach, wenn ich den Kopf so eine Weile abschalten konnte, kommen mir wieder neue Ideen. Dazu liebe ich Musik.

Unfallgefahr

Radeln mit Kopfhörer? Laufen mit Ohrstöpseln? Finde ich unvorsichtig. Einen Lastwagen von hinten muss ich kommen hören. Bei unvorhergesehenen Situationen möchte ich blitzschnell reagieren können und nicht erst Kabel oder Set abstreifen. Das finde ich überlebenswichtig.

Beim Hören auf die Atmung stört Musik

Hinzu kommt das Atmen. Diese Schnittstelle zwischen Innen und Außen, an der wir ständig hängen wie eine Spinne am Faden, diese Grenze zwischen unserer Innenwelt mit all ihren Träumen und Ängsten und der Außenwelt mit ihren bedrohlichen Szenarien und lockenden Attraktionen arbeitet beim Sport auf Hochtouren. Atmen ist die Anstrengung, die Leben und Leistung ermöglicht. Wir leben auf dem Boden eines Luftmeeres mit dem Druck, den zehn Meter Wassertiefe erzeugen. Die Physiker nennen das ein Bar. Unser Blasebalg, genannt Lunge, hat sich an die Anstrengung gewöhnt, unter diesen Bedingungen Luft ein- und ausströmen zu lassen. Gerade beim Ausdauersport ist die richtige Atemtechnik vital. Atmen ist der Pendelschlag, der selbst als ein von paradoxer Anspannung und Entspannung geprägter Vorgang unseren Körper zu Fehlhaltungen und Verspannungen bringt oder davon erlöst. Sich mal auf das Atmen zu konzentrieren, kann zu Verbesserungen führen, die sich organisch von innen nach außen ergeben und so manche von außen auferlegte Übung überflüssig werden lassen. Wenn du auf diesem Weg vorwärts kommen willst, brauchst du eine meditative Hörfähigkeit auf deine Lunge, auf dein Atmen, auf dein Bewegungswesen. Was du dabei nicht brauchen kannst, ist Musik, dieses Rock, Techno- oder Klassikfremdgedonner von außen. Stil egal.

Manchmal motiviert Musik Hören

Und doch … Wer kann beim Sport immer meditativ auf sich selbst hören? Manchmal habe ich einfach schlicht den Kanal voll. Dann tut eine volle Dröhnung Maroon 5 gut. Oder ein Hörbuch von Harikura Murakami. Vor allem auf der Rolle. Was tun? Die Lösung, die ich gefunden habe, dient mir jetzt schon seit 6 Monaten sehr gut. Keine Probleme. Und sie kostet noch nicht mal 20 Euro.

Überraschende Lösung: Bluetooth Headset
img_9047

Bügel und Headset stören nicht.

Ich spreche von einem dieser federleichten Bluetooth-Headsets. Gesehen habe ich sie bei meinem Freund Daniel Pfaff, einem Mechaniker (ich kaufe alle Autos bei ihm seit Jahren!), der spielend Anrufe entgegennimmt, wenn er seine Autos repariert, und dabei Deals in die Wege leitet, Verabredungen oder Aufträge entgegennimmt und so weiter. Ich war verblüfft. So einfach, so effizient. Und so habe ich mir für meinen Beruf auch so ein Ding gekauft, einfach mal ausprobiert. All die Vorbehalte, die ich hatte, sind nicht eingetroffen. Als Brillenträger dachte ich, dass Bügel und Headset sich stören. Dass mir doch nach einer Weile das Ohr weh tun würde. Dass das Ding abfällt. Dass ich die Schalter am Ohr nicht finde, wenn Anrufe eintreffen. Dass irgendwas doch Stress verursachen würde. Nichts davon. Funktioniert alles tadellos. Ich kann endlich im Auto ohne Probleme telefonieren. Das Navi sendet ungefragt die Anweisungen ans Headset. Handy und Headset koppeln einwandfrei. Die Sprechzeit ist mit 11 Stunden mehr als genug. Ich kann beim Autofahren und Einkaufen Hörbücher hören, ohne dauernd mit diesen blöden Hörstöpseln rumfummeln zu müssen. Kopfhörer, auch Bluetooth, habe ich probiert, ging gar nicht.

img_9040

Fällt nicht ab, tut nicht weh, ist laut genug.

Und da ich das Ding nun mal hatte, habe ich es auch mal zum Sport angelassen. Verblüffend. Laufen geht ohne Probleme. Das Ding klebt am Ohr. Da fällt nichts runter. Du merkst gar nicht, dass Du da was hast. Schweiß ist kein Problem, weil das Headset nur ganz locker anliegt und genügend Luft dazwischen ist. Ok, der Sound ist nicht Stereo, na gut. Aber dafür hörst du alles, was um dich herum vorgeht. Das ist mir tausendmal wichtiger. Lautstärke ist ok. Ein- zweimal habe ich beim Workout ein wichtiges Telefonat angenommen, das mache ich sonst nicht. Aber in den Fällen war es wichtig, also auch ein Vorteil. Ich muss ja nicht abheben. Und habe immer beide Hände frei. Auch beim Radeln kein Problem. Das Headset passt locker unter den Helm. Da drückt und reibt gar nichts.

img_8046

Happy New Year!

Alles in allem: Viele, viele Vorteile zu einem Mini-Preis. Das Ding, das ich probiert habe, heißt Explorer 50 von Plantronics. Leute, erwartet von mir keinen Marktvergleich. Das können andere besser. Alles, was ich sagen kann, ist, dass das Ding permanent funktioniert, dass es nicht viel kostet und dass es mir sagenhaft viel Nutzen bringt. Das ist doch was, oder?

Ach so, noch was: Happy new year! Danke an alle meine Follower für die Aufmerksamkeit und das Lesen meiner Artikel! Auch 2017 soll für meinen Blog gelten: Nur schreiben, wenn ich was zu sagen habe. Bleibt gesund und motiviert im Training!

PS: Etwas habe ich vergessen: Einen Nachteil hat das Headset. Die Leute sagen: „Na, hat Frau Merkel heute schon angerufen?“ Oder: „Was ist das? Ein Hörgerät?“ und so weiter. Aber ich denke mir: „Na und? In zehn Jahren laufen alle mit Google-Brille durch die Gegend. Also, was soll’s!“

Advertisements

6 Kommentare

  1. Jürgen Joussen · · Antwort

    Hallo Sportfreund, wünsche erst mal ein gutes neues Jahr.
    Wie immer ein sehr guter Bericht!!!!
    Gruß Jürgen

  2. Danke, Jürgen, Dir auch alles Gute und Gesundheit im neuen Jahr. Im Sommer bin ich in Hamburg Cyclassics dabei! Du auch?

  3. Hm, wäre eine Überlegung wert! Hast einen Tipp zwecks Übernachtung?
    Gruß Jürgen

    1. Ja, also ich komme bei einem meiner Söhne unter, die beide in HH studieren. Das ist aber eher beengt. Sorry …

  4. Aber vielleicht können wir uns ja treffen, das wäre super!

    1. Habe vor an zwei teilzunehmen, Köln Berlin Hamburg und Hockenheimring stehen zur Auswahl. Ich gebe dir Info wenn die Wahl auf Hamburg fällt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: